Jagdwissen verständlich erklärt

Jagdlexikon der Jagdschule Tack

Dieses Jagdlexikon erklärt wichtige Jagdbegriffe verständlich, fundiert und praxisnah. Es richtet sich an angehende Jägerinnen und Jäger, Interessierte sowie alle, die jagdliche Fachbegriffe besser einordnen möchten. So entsteht eine informative Themenwelt rund um Jagd, Wild, Revier, Ausbildung und waidgerechtes Handeln.

Jagd seriös erklärt Begriffe aus Jagdpraxis, Ausbildung und Revier.
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Aufklappbares Jagdlexikon

Nutzen Sie die Suche oder filtern Sie nach Anfangsbuchstaben. Jeder Eintrag lässt sich einzeln aufklappen. Die Erklärungen sind bewusst verständlich formuliert und orientieren sich an allgemein gebräuchlichen jagdlichen Fachbegriffen in Deutschland.

28 Begriffe im Jagdlexikon
A Ansprechen
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Als Ansprechen bezeichnet man das sichere Bestimmen eines Wildtieres vor dem Schuss. Dabei werden unter anderem Wildart, Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand und Stellung des Stückes beurteilt.

Das Ansprechen ist ein zentraler Teil waidgerechter Jagdausübung, weil Fehlansprachen vermieden werden sollen.

A Ansitz
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Der Ansitz ist eine Jagdart, bei der die Jägerin oder der Jäger an einem festen Platz auf Wild wartet. Das kann ebenerdig oder von einer Kanzel aus erfolgen.

Typisch für den Ansitz sind Ruhe, gute Beobachtung und das Beachten von Windrichtung, Lichtverhältnissen und Wechseln des Wildes.

Ä Äsung
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Äsung ist die jagdliche Bezeichnung für die Nahrung des Wildes. Je nach Wildart gehören dazu Gräser, Kräuter, Triebe, Früchte, Feldfrüchte oder tierische Nahrung.

Auch das Nahrungsaufnehmen selbst wird jagdlich als Äsen bezeichnet.

B Blattzeit
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Die Blattzeit ist die Brunftzeit des Rehwildes. In dieser Phase reagieren vor allem Böcke häufig besonders stark auf Reizlaute, das sogenannte Blatten.

Der genaue Zeitraum kann regional leicht schwanken, liegt aber typischerweise im Hochsommer.

B Brunft
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Brunft bezeichnet die Paarungszeit bei bestimmten Wildarten, etwa beim Rotwild. In dieser Zeit ändern sich Verhalten, Territorialität und Aktivität der Tiere oft deutlich.

Die Brunft hat jagdlich und biologisch eine besondere Bedeutung, weil sie Hinweise auf Wildbestand und Altersstruktur geben kann.

D Deckung
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Deckung beschreibt Vegetation oder Geländeformen, die Wild Schutz, Ruhe und Rückzug bieten. Dazu zählen etwa Dickungen, Hecken, Schilfbereiche oder strukturreiche Waldränder.

Für das Reviermanagement ist gute Deckung wichtig, weil sie Einfluss auf Lebensraumqualität und Wildverhalten hat.

E Einstand
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Als Einstand bezeichnet man den Bereich, in dem Wild tagsüber oder in Ruhephasen Deckung und Sicherheit findet. Einstandsräume sind meist ruhig, deckungsreich und wenig gestört.

Kenntnis über Einstände hilft bei Beobachtung, Hege und jagdlicher Planung.

F Fährte
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Die Fährte ist die Spur von Schalenwild am Boden. Erkennbar ist sie vor allem an den Abdrücken der Schalen.

Form, Größe und Verlauf der Fährte können Hinweise auf Wildart, Bewegungsrichtung und Aktivität geben.

H Hege
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Hege umfasst alle Maßnahmen, die auf gesunde, artenreiche Wildbestände und den Erhalt ihrer Lebensräume ausgerichtet sind. Dazu gehören unter anderem Lebensraumverbesserung, Rücksicht auf Setz- und Aufzuchtzeiten sowie verantwortungsvolle Bejagung.

Hege ist nicht mit bloßer Fütterung gleichzusetzen, sondern Teil eines umfassenden Verständnisses von Wildtier- und Revierverantwortung.

H Hochsitz
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Ein Hochsitz ist eine erhöhte jagdliche Einrichtung zur Beobachtung und zum sicheren Schuss. Je nach Bauart spricht man zum Beispiel von Leiter, Drückjagdbock oder Kanzel.

Hochsitze verbessern häufig Sichtfeld, Kugelfang und Sicherheit im Revier.

J Jagdjahr
+

Das Jagdjahr ist ein jagdlich relevanter Jahreszeitraum, der in Deutschland traditionell vom 1. April bis zum 31. März des Folgejahres reicht.

Viele Statistiken, Streckenmeldungen und jagdpraktische Planungen orientieren sich an diesem Zeitraum.

K Kanzel
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Die Kanzel ist eine geschlossene oder teilweise geschlossene Form des Hochsitzes. Sie schützt besser vor Witterung und ermöglicht ein ruhigeres, oft unauffälligeres Beobachten.

Gerade bei längeren Ansitzen im Herbst und Winter ist sie besonders verbreitet.

K Kirrung
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Eine Kirrung ist ein Platz, an dem in rechtlich zulässigem Rahmen geringe Futtermengen ausgebracht werden, um insbesondere Schwarzwild zu lenken oder bejagbar zu machen.

Art, Menge und Zulässigkeit sind rechtlich geregelt und können je nach Bundesland unterschiedlich ausfallen.

L Luderplatz
+

Ein Luderplatz ist ein fest eingerichteter Platz, an dem geeignetes Material zur Bejagung bestimmter Raubwildarten ausgelegt wird. Ziel ist es, Wild regelmäßig an einen kontrollierten Ort zu ziehen.

Auch hier gelten rechtliche Vorgaben und hygienische Anforderungen.

N Nachsuche
+

Die Nachsuche ist das fachgerechte Suchen nach krankgeschossenem oder verletztem Wild, meist mithilfe eines spezialisierten Jagdhundes.

Sie ist ein besonders wichtiger Bestandteil des Tierschutzes und der Waidgerechtigkeit, weil unnötiges Leiden des Wildes verhindert werden soll.

P Pirsch
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Die Pirsch ist eine Jagdart, bei der sich die Jägerin oder der Jäger langsam, leise und mit guter Windbeobachtung an Wild annähert. Gelände, Licht, Deckung und Lautlosigkeit spielen dabei eine große Rolle.

Die Pirsch erfordert viel Erfahrung, Geduld und ein gutes Lesen des Reviers.

R Revier
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Als Revier bezeichnet man ein jagdlich zusammenhängendes Gebiet, in dem das Jagdrecht ausgeübt wird. Je nach Struktur kann es sich um Wald, Feld, Mischgebiete oder Gewässerbereiche handeln.

Zum Revier gehören neben der Bejagung auch Verantwortung für Hege, Sicherheit, Lebensraum und Wildschadensvermeidung.

S Schalenwild
+

Schalenwild sind Wildarten mit gespaltenen Hornschuhen, den sogenannten Schalen. Dazu gehören in Deutschland zum Beispiel Reh-, Rot-, Dam-, Muffel- und Schwarzwild.

Die jagdliche Ansprache, Bejagung und Versorgung dieser Wildarten folgt besonderen Regeln und Erfahrungen.

S Schmalreh
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Ein Schmalreh ist ein weibliches Stück Rehwild im zweiten Lebensjahr, das noch kein Kitz geführt hat. Die sichere Unterscheidung zu älteren Ricken ist Teil der jagdlichen Ansprache.

Gerade in der Rehwildbejagung spielt der Begriff eine wichtige Rolle.

S Schonzeit
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Die Schonzeit ist der gesetzlich festgelegte Zeitraum, in dem bestimmte Wildarten nicht bejagt werden dürfen. Sie dient dem Schutz von Wild in sensiblen Phasen wie Fortpflanzung, Aufzucht und Regeneration.

Wichtig: Jagd- und Schonzeiten können je nach Bundesland und Wildart voneinander abweichen.

S Schweiß
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Im jagdlichen Sprachgebrauch bedeutet Schweiß nicht Schweiß im alltäglichen Sinn, sondern Blut von Wild. Schweißspuren können bei der Nachsuche wertvolle Hinweise auf Trefferlage und Fluchtrichtung geben.

Art, Farbe und Menge werden dabei sorgfältig beurteilt.

S Schweißhund
+

Ein Schweißhund ist ein speziell für die Nachsuche ausgebildeter Jagdhund. Seine Aufgabe ist es, verletztes Wild über die Schweißfährte sicher zu finden.

Schweißhunde leisten einen wichtigen Beitrag zum Tierschutz und zur waidgerechten Jagd.

S Strecke
+

Mit Strecke bezeichnet man die Anzahl oder Gesamtheit des erlegten Wildes in einem bestimmten Zeitraum oder nach einer Jagd.

Auch das jagdliche Brauchtum des Streckelegens, also das geordnete Auslegen des erlegten Wildes, ist damit verbunden.

T Trophäe
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Als Trophäe werden bestimmte Teile eines erlegten Wildstücks bezeichnet, die als Erinnerung, Dokumentation oder für Bewertungen erhalten bleiben, etwa Gehörn, Geweih oder Grandeln.

In der seriösen Jagdpraxis steht die Trophäe nicht für sich allein, sondern immer im Zusammenhang mit Verantwortung, Wildbiologie und Nutzung des Wildes.

Ü Überläufer
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Überläufer ist die jagdliche Bezeichnung für Schwarzwild im zweiten Lebensjahr. Die Unterscheidung zu Frischlingen und älteren Sauen gehört zur sicheren Ansprache.

Bei der Schwarzwildbejagung ist dieser Begriff besonders gebräuchlich.

W Waidgerechtigkeit
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Waidgerechtigkeit beschreibt die in Deutschland allgemein anerkannten Grundsätze einer verantwortungsvollen Jagdausübung. Dazu gehören fachliches Können, Respekt vor dem Tier, die Beachtung des Tierschutzes und ein verantwortungsvoller Umgang mit Natur und Mitmenschen.

Sie ist weit mehr als Tradition und prägt das Selbstverständnis einer seriösen Jagdausbildung.

W Wechsel
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Ein Wechsel ist ein regelmäßig genutzter Wildpfad zwischen Einstand, Äsungsfläche, Wasserstelle oder anderen wichtigen Bereichen.

Wechsel zu erkennen ist für Beobachtung, Ansitzplanung und Revierkenntnis besonders wichtig.

W Wildbret
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Wildbret ist die jagdliche Bezeichnung für das Fleisch von erlegtem Wild, das als hochwertiges Lebensmittel genutzt wird. Voraussetzung dafür ist eine sachgerechte, hygienische Versorgung.

Das Thema Wildbret verbindet Jagdpraxis, Lebensmittelhygiene, Verantwortung und regionale Vermarktung.

W Wildmarke
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Die Wildmarke dient der Kennzeichnung erlegten Wildes. Sie unterstützt die eindeutige Zuordnung und Rückverfolgbarkeit im Zusammenhang mit Versorgung und Vermarktung.

Die konkrete Handhabung richtet sich nach den jeweils geltenden Vorgaben und organisatorischen Abläufen.

W Wildunfall
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Ein Wildunfall ist eine Kollision zwischen Fahrzeug und Wildtier. Nach einem Wildunfall sollten Unfallstelle gesichert, Polizei informiert und gegebenenfalls zuständige Revierverantwortliche benachrichtigt werden.

Verletztes Wild darf keinesfalls eigenmächtig verfolgt oder aufgenommen werden.

W Wundbett
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Das Wundbett ist die Stelle, an der angeschossenes Wild nach dem Treffer kurz verendet, gelegen oder gezeichnet hat. Dort finden sich oft Hinweise wie Schweiß, Schnitthaar, Knochenteile oder Pirschzeichen.

Für die Beurteilung eines Treffers und die Einleitung einer Nachsuche ist das Wundbett besonders wichtig.

Hinweis: Dieses Jagdlexikon dient der allgemeinen Information. Rechtliche Details, Jagd- und Schonzeiten sowie landesspezifische Regelungen können je nach Bundesland unterschiedlich sein und sollten im Zweifel stets anhand der aktuell geltenden Vorschriften geprüft werden.

Häufig gesuchte Fragen rund um Jagdbegriffe

Diese Kurzantworten greifen Themen auf, nach denen Nutzerinnen und Nutzer im Zusammenhang mit Jagdbegriffen besonders häufig suchen.

Was ist der Unterschied zwischen Ansitz und Pirsch?

Beim Ansitz wartet man an einem festen Platz auf Wild. Bei der Pirsch bewegt man sich langsam und kontrolliert durchs Revier, um sich Wild vorsichtig zu nähern.

Was bedeutet waidgerecht?

Waidgerecht bedeutet, Jagd verantwortungsvoll, fachlich sauber und mit Respekt vor Tier, Natur und Mitmenschen auszuüben.

Warum sind Schonzeiten wichtig?

Schonzeiten schützen Wild in empfindlichen Phasen und sind ein wichtiger Bestandteil des gesetzlichen Wildtier- und Artenschutzes.

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